Zukunftswerkstatt mit 64 Bürgern suchte nach Schlüsselprojekten für die Zukunft

„Die ersten 1000 Arbeitsstunden für Bad Hindelang haben wir schon beinander“, so das erstaunte Resümee eines Teilnehmers der Bad Hindelanger „Zukunftswerkstatt“. Zwei Tage lang hatten 64 Teilnehmer Mitte Oktober über Zukunftsideen, Schlüsselprojekte und Chancen für Bad Hindelang diskutiert.

Ziel der Werkstatt: an zwei Tagen die Zukunft von Bad Hindelang als Lebensraum erlebbar machen. Am ersten Tag wurde zunächst einmal in die Vergangenheit geschaut. „Worauf sind wir stolz?“ oder „Was bedauern wir?“ lauteten die Fragen, die mit viel Leidenschaft und Offenheit erörtert wurden. Dabei saßen die 64 Teilnehmer nicht nur an den nach verschiedenen Themen von Landwirtschaft bis Tourismus, vom Unternehmertum bis Bürgerschaft, sortierten Tischen, sondern kamen in den verschiedensten Konstellationen miteinander zum Reden. Und auch so mancher Erstkontakt kam dabei zustande: Auch wenn „auf dem Dorf“ eigentlich jeder jeden kennt, so war vielen Teilnehmern die jeweilige Rolle des Gegenübers in der Bad Hindelanger Gemeinschaft manchmal gar nicht bewusst. Übrigens: Gemeinderäte, Rathaus-Mitarbeiter oder die Bürgermeister waren bei den 64 Bad Hindelanger „Experten“ bewusst nicht dabei, um den Bürgern selbst den Raum für Diskussionen zu geben. So ergab sich ein bunter Mix aus Bad Hindelangern aus allen Gesellschaftsschichten. Moderiert wurde die Veranstaltung von Werner Taurer und Stephanie Zorn, die den Bad Hindelanger Zukunftsprozess beratend begleiten.

Den Abschluss des ersten Werkstatt-Tages bildete die Vorstellung der Markenprüfung durch Thomas Stranig, der mehrere Monate lang Interviews mit Bad Hindelangern führte und seine Online-Umfrage mit über 3500 Teilnehmern auswertete. Die Festschreibung von Bad Hindelanger Kernwerten und des Markenversprechens ist derzeit im vollen Gang und wird noch öffentlich präsentiert – zukünftig sollen alle neuen gemeinschaftlichen Projekte auf diese Werte hin überprüft werden.

Am zweiten Werkstatttag beschäftigten sich die Bad Hindelanger nach der Rückschau und Bestandsaufnahme schließlich mit der Zukunft: Dabei wurden mehrere wichtige Handlungsfelder für die Zukunftsentwicklung herausgearbeitet, so die Rolle der Ortsteile, die Leerstände, die Schaffung von Wohnraum, Impulse zum gemeinschaftlichen Leben in Kultur und Brauchtum, aber auch die intensive Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Tourismus und die Förderung von hochwertigem Handwerk und regionalen Produkten. Auch die Lenkung der Besucher in Bezug auf Verkehr, ÖPNV, aber auch in der Natur und in „Zonen der Ruhe“ wurde besprochen: „Wo kann man lenken, was lässt man zu, wo muss man limitieren?“, so die Fragestellung.

Der Prozess „Bad Hindelang 2030“ ist weiter in vollem Gang und wird bei vertiefenden Workshops, unter anderem zum Thema Tourismus, noch genauer fixiert. Deshalb gab es zum Ende der Zukunftswerkstatt, die vom Katholischen Frauenbund unter der Leitung von Maria Haas und Wiltrud Jörg mit heimischen Spezialitäten der Bad Hindelanger Bäcker und Metzger bestens versorgt wurden, auch kein endgültiges Fazit, aber dennoch die einhellige Meinung: „Es ist gut, dass wir miteinander darüber sprechen, was uns für unser Bad Hindelang in der Zukunft wichtig ist“. Zum Abschluss der Veranstaltung galt der Dank von Bürgermeisterin Dr. Sabine Rödel allen Teilnehmern, die zwei Tage lang zum Wohl von Bad Hindelang aktiv waren.

Unser Bad Hindelang 2030 - Lebensraumkonzept für unsere Tourismusgemeinde

Die "Tourismusstrategie 2020" hat unserer Gemeinde viel Positives gebracht, insgesamt sind aber - trotz guter touristischer Zahlen - Bettenrückgänge, eine Tourismusskepsis und Leerstände zu verzeichnen. Es ist daher an der Zeit, uns auf breiter Basis Gedanken zu machen, wohin sich unser Bad Hindelang in den nächsten Jahren entwickeln soll. Wir haben jetzt die Möglichkeit, unsere Gemeinde, unseren Lebensraum und den Tourismus der Zukunft zu gestalten.

Aus diesem Grund hat auch der Gemeinderat dieses Thema in seiner jünsten Sitzung intensiv beraten. So ist sich der Gemeinderat einig, dass die Zukunftsfähigkeit Bad Hindelangs in erster Linie von der Attraktivität unserer Gemeinde als Lebensraum für Einwohner und Fachkräfte und damit einhergehend von einer positiven wirtschaftlichen und nachhaltigen Entwicklung des Tourismus abhängt.

Nach einer umfangreichen Marktuntersuchung, insensiven Gesprächen auf Bürgermeisterebene sowie einer gemeinsamen Sitzung mit dem Tourismusbeirat, wurden die Herren Werner Taurer (Kohl & Partner Hotel und Tourismus Consulting) und Thomas Stranig (bws.team) mit der Begleitung und Durchführung dieses Verfahrens betraut. Beide können große einschlägige Erfarungen und Erfolge in derartigen Prozessen vorweisen.

WIR WOLLEN VON IHNEN WISSEN...

Fragen, die bzgl. Lebensraum und Tourismus unter Einbeziehung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche, Bevölkerungs- und Altersgruppen sowie von Kunden und Gästen für die Zukunft geklärt werden sollen, sind dabei u.a.:

  • Wie attraktiv ist Bad Hindelang für Einwohner, Fachkräfte und Gäste?
  • Wie können wir unsere Familienbetriebe in allen Branchen im Sinne starker lokaler und regionaler Wirtschaftskreisläufe stärken?
  • Wie können wir der großen Bedeutung unserer Berglandwirtschaft und Alpwirtschaft für eine intakte alpine Kulturlandschaft gerecht werden?
  • Wie gestalten wir das Spannungsfeld zwischen Flächenverbrauch, Wiederbelebung leerstehender Häuser und Wohnraumbedarf für Einheimische?

DARAUF KOMMT ES AN

Wichtig dabei ist dem Gemeinderat und dem Tourismusbeirat vor allem:

  • eine sehr große Beteiligung der Bevölkerung,
  • dass konkrete Projekte für die Zukunftssicherung Bad Hindelangs entstehen und
  • diese auf breiter Basis die kommenden Jahre in die Umsetzung kommen.

DAS IST DAS ZIEL

Hinter all unseren Aktivitäten zur strategischen Weiterentwicklung steh das Ziel, einen Ort zu schaffen, an dem man sich so richtig zuhause fühlen kann, der eine hohe Wirtscvhaftskraft und hervorragende Perspektiven bietet.

Dabei mitzuwirken heißt, den eigenen Lebensraum gestalten: Jeder Einzelne ist aufgefordert, sich mit seiner Meinung, seinen Wünschen, Sorgen und Ideen an diesem Prozess zu beteiligen. Machen Sie mit, erzählen Sie Ihren Nachbarn, Kollegen und Freunden davon und lassen Sie uns Bad Hindelang Schritt für Schritt besser machen!

ZEITPLAN, PROZESSE UND ARBEITSSCHRITTE

Vorab: Das wichtigste ist, dass sich möglichst alle beteiligen und andere zur Beteiligung motivierten!

Begleitet wird der gesamte Prozess von einer 18-köpfigen Arbeitsgruppe, bestehend aus Persönlichkeiten unserer Gemeinde aus der privaten Wirtschaft wie Tourismus, Handel, Handwerk und Dienstleistung, aus Land- und Alpwirtschaft, Infrastruktur etc. und die zudem eine altersmäßige Durchmischung unserer Bevölkerung abbilden.

  • Auftaktveranstaltung, Dienstag 9. Juli 2019, 20 Uhr: Zum informativen Auftakt fand im Kurhaus eine Auftaktveranstaltung alle statt - Alteingesessene und Neu-Zugezogene, Zufriedene und Kritische, Bürgerinnen und Bürger aller Berufs- und Altersgruppen - um vor großem Publikum die ersten Pläne zu präsentieren und unsere Begleiter vorzustellen. Die Präsentation zur Auftaktveranstaltung finden Sie hier.
  • Umfrage/Markenaudit, Juli/August 2019: Hier waren wirklich ALLE gefragt: Mit einer großen Online-Umfrage wollten wir herausfinden, was Bad Hindelang so besonders macht, wo es hakt und wie wir eigentlich "ticken". Eine hoffentlich sehr hohe Beteiligung wird uns nicht nur ein wahrheitsgemäßes Stimmungs- und Markenbild verschaffen, wir können auch bereits erste konkrete Handlungsfelder daraus ableiten. Je mehr Teilnehmer, desto aussagekräftiger das Ergebnis! Mitmachen konnte jeder bis zum 26.08.2019. Derzeit wird die Online-Umfrage ausgewertet.
  • Zukunftswerkstatt, Oktober 2019: Darauf aufbauend stellte im Herbst eine zweitägige "Zukunftswerkstatt" das Herzstück des gesamten Prozesses dar, die aus acht Arbeitsgruppen zu je acht Personen - also 64 Teilnehmern aus allen Bereichen Bad Hindelangs - bestand. Dabei wurden am ersten Tag folgende Fragen und Themen behandelt: Welche Entwicklungen kommen auf uns zu? Worauf sind wir stolz? Was bedauern wir? Wo sehen wir Chancen, wo Risiken? - Und am zweiten Tag: Wofür stehen wir? Was sind unsere Werte? Was wollen wir erreichen? Was ist unsere Vision? Welches sind unsere Ziele? Wo liegen unsere Schwerpunktthemen? Welche Zielgruppen und Zielmärkte sprechen wir wie an? Welches sind die Schlüsselprojekte und -maßnahmen, um Bad Hindelang in eine erfolgreiche Zukunft zu führen?
  • Konzept mit Handlungsfeldern, Projekten und Maßnahmen, November 2019 (18-köpfige Arbeitsgruppe): Aus all diesen Ergebnissen - der Umfrage und der "Zukunftswerkkstatt" - erfolgt im Anschluss die Redaktion in Form einer Zusammenfassung aller wesentlichen Elemente inkl. unserer Positionierung für die Zukunft, unserer Ziele, Schwerpunktthemen, Leitprodukte und Spitzenleistungen. Und ganz wichtig: Es erfolgt die Ableitung der Handlungsfelder, Projekte und Maßnahmen, die im Konsens der Zukunfswerkstatt als Leit- und Schlüsselprojekte definiert wurden. Kurz um: das Konzept "Unser Bad Hindelang 2030 - Lebensraumkonzept in unserer Tourismusgemeinde" wird final erstellt.
  • Schlusspräsentation, Dezember 2019: Zum Abschluss erfolgt, wie schon zum Auftakt, im großen Plenum aller Bürgerinnen und Bürger die Präsentation der erarbeiteten Ergebnisse. Wir sind schon jetzt gespannt darauf, welche neuen Wege sich zeigen werden!
  • Evaluierungsworkshop, April 2020: Rund ein halbes Jahr später werden wir in einem Evaluierungsworkshop die Umsetzungsergebnisse überprüfen, um sicherzustellen, dass die geplanten Maßnahmen auch zum Wohle aller wirken.

Das Ziel des gesamten Prozesses ist es, Lebensqualität und Tourismus zusammenzuführen, denn Einwohner und Fachkräfte müssen hier gern leben und arbeiten wollen - und auch Gäste sind letzten Endes Einwohner auf Zeit!

Kontakt

Markt Bad Hindelang
Marktstraße 9
87541 Bad Hindelang

Telefon: +49 8324 892 200
Telefax: +49 8324 892 1200
E-Mail: rathaus‎@‎badhindelang.de

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr
Donnerstag 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr

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